Vergleich zwischen massivem Eichentisch und Furniermöbeln über 20 Jahre
Veröffentlicht am März 11, 2024

Ein Massivholztisch aus Eiche ist über 20 Jahre nicht nur günstiger als drei Billigmöbel – er ist eine aktive Investition in Ihre Gesundheit und finanzielle Stabilität.

  • Qualitätsmöbel aus Naturmaterialien regulieren das Raumklima und emittieren keine Schadstoffe wie Formaldehyd.
  • Designklassiker und Massivholzmöbel haben einen stabilen Wiederverkaufswert, im Gegensatz zu Furniermöbeln, die nach kurzer Zeit fast wertlos werden.

Empfehlung: Betrachten Sie den Kaufpreis nicht isoliert, sondern als Teil der gesamten Lebenszykluskosten und der „Wohlfühl-Dividende“, die ein Möbelstück bietet.

Die Frustration ist vielen bekannt: Ein neu gekaufter Tisch beginnt nach wenigen Jahren zu wackeln, die Furnierschicht an den Kanten löst sich, und ein unschöner Kratzer lässt sich nicht mehr beheben. Schnell kommt der Gedanke auf, dass man „wer billig kauft, zweimal kauft“. Dieses Sprichwort ist der Ausgangspunkt vieler Überlegungen, wenn es um die Einrichtung der eigenen vier Wände geht. Die meisten Ratgeber empfehlen, in Qualität zu investieren, doch der hohe Anschaffungspreis von Massivholzmöbeln wirkt oft abschreckend. Man vergleicht das Preisschild eines Eichentisches mit dem eines günstigen Pendants aus Spanplatte und entscheidet sich für die kurzfristig budgetschonendere Variante.

Doch was wäre, wenn diese einfache Rechnung falsch ist? Was, wenn die wahren Kosten von Billigmöbeln versteckt sind – in wiederholten Neuanschaffungen, in einer schlechteren Raumluft und sogar in unserer Konzentrationsfähigkeit? Die Perspektive eines Schreiners und Designers geht über das reine Material hinaus. Es geht um die materielle Ehrlichkeit, die Lebenszykluskosten und eine unsichtbare „Wohlfühl-Dividende“. Die wahre Frage ist nicht, was ein Möbelstück heute kostet, sondern welchen Wert es über Jahrzehnte für Ihr Leben schafft. Es ist an der Zeit, die übliche Kosten-Nutzen-Rechnung auf den Kopf zu stellen.

Dieser Artikel wird genau das tun. Wir werden die unsichtbaren Vorteile von Qualitätsmaterialien aufdecken, die finanzielle Logik hinter wertstabilen Designklassikern beleuchten und Ihnen zeigen, warum die Investition in einen einzigen Eichentisch nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlich klüger ist als der wiederholte Kauf von Wegwerfmöbeln. Es ist eine Reise vom reinen Konsumdenken hin zu einer bewussten Investition in die eigene Lebensqualität.

Um diese Aspekte detailliert zu beleuchten, werfen wir einen genauen Blick auf die verschiedenen Facetten von Qualitätsmöbeln und deren Einfluss auf unser Zuhause und unseren Geldbeutel. Die folgende Übersicht führt Sie durch die zentralen Themen dieses Artikels.

Warum Wolle und Leinen das Raumklima besser regulieren als Synthetik?

Ein Zuhause ist mehr als nur die Summe seiner Möbel; es ist ein Ökosystem, in dem wir atmen, leben und uns erholen. Die Materialien, mit denen wir uns umgeben, spielen dabei eine entscheidende Rolle, die weit über die reine Optik hinausgeht. Während synthetische Stoffe wie Polyester oder Acryl oft pflegeleicht und günstig sind, schaffen sie eine versiegelte, leblose Umgebung. Sie neigen zur elektrostatischen Aufladung, ziehen Staub an und können das Mikroklima im Raum negativ beeinflussen, da sie keine Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben können.

Im Gegensatz dazu stehen Naturfasern wie Wolle und Leinen, die eine Eigenschaft besitzen, die man als hygroskopisch bezeichnet. Ähnlich wie offenporiges Massivholz können diese Textilien aktiv mit der Umgebung interagieren. Bei hoher Luftfeuchtigkeit nehmen sie überschüssige Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, wenn die Luft zu trocken wird. Dieses natürliche Gleichgewicht schafft ein spürbar angenehmeres und gesünderes Raumklima. Es verhindert die trockene Heizungsluft im Winter ebenso wie das schwüle Gefühl im Sommer.

Die positiven Effekte von Naturmaterialien sind wissenschaftlich belegt. Eine Studie über die Auswirkungen von Innenräumen auf die kognitive Leistungsfähigkeit legt nahe, dass Umgebungen mit besseren Klimabedingungen und weniger Schadstoffen das Denken fördern. Wolle besitzt zudem durch das natürliche Wollfett Lanolin selbstreinigende und antibakterielle Eigenschaften, was den Pflegeaufwand reduziert und die Hygiene verbessert. Leinen wiederum ist bekannt für seine kühlende Wirkung und extreme Reissfestigkeit. Die Entscheidung für diese Materialien ist also nicht nur eine ästhetische, sondern eine bewusste Wahl für ein atmendes, gesundes Zuhause – eine Investition in die tägliche Wohlfühl-Dividende.

Wie Sie Naturstein in der Küche pflegen, damit er keine Flecken bekommt?

Naturstein in der Küche, insbesondere als Arbeitsplatte, verkörpert Eleganz und Langlebigkeit. Materialien wie Granit, Marmor oder Quarzit strahlen eine zeitlose Wertigkeit aus, die künstliche Werkstoffe nur schwer imitieren können. Doch viele schrecken vor der Investition zurück, aus Angst vor Flecken durch Rotwein, Öl oder Zitronensäure. Die Sorge ist nicht unbegründet, denn Naturstein ist ein poröses Material. Der Schlüssel zu einer jahrzehntelangen Freude liegt jedoch nicht im Vermeiden, sondern im richtigen Verständnis und in der passenden Pflege.

Die Widerstandsfähigkeit hängt stark von der Gesteinsart ab. Nicht jeder Stein ist gleich. Harte Gesteine wie Granit oder Quarzit sind von Natur aus sehr dicht und widerstandsfähig gegen Kratzer und Säuren. Weichere, kalkhaltige Steine wie Marmor sind hingegen deutlich empfindlicher. Eine regelmässige Imprägnierung ist bei fast allen Natursteinen unerlässlich. Sie dringt in die Poren ein und bildet eine unsichtbare Schutzschicht, die das Eindringen von Flüssigkeiten verlangsamt. Dies verschafft Ihnen die nötige Zeit, Verschüttetes wegzuwischen, bevor es einen bleibenden Fleck hinterlässt.

Für die tägliche Reinigung gilt: Weniger ist mehr. Aggressive, säurehaltige Reiniger sind tabu, da sie die Oberfläche und die Imprägnierung angreifen. Ein weiches Tuch, Wasser und ein pH-neutraler Reiniger sind die besten Werkzeuge. Bei hartnäckigen Flecken gibt es spezielle Pasten und Reiniger für die jeweilige Gesteinsart. Eine gut gepflegte Steinarbeitsplatte entwickelt über die Jahre eine einzigartige Patina und wird zum Herzstück der Küche, das Geschichten erzählt – anstatt nach wenigen Jahren ausgetauscht werden zu müssen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Eigenschaften gängiger Natursteine, um die Auswahl für den Küchenbereich zu erleichtern, basierend auf einer Analyse nachhaltiger Wohnmaterialien.

Vergleich verschiedener Natursteine für Küchenarbeitsplatten
Steinart Härte (Mohs) Säureresistenz Pflege-aufwand Eignung Küche
Granit 6-7 Sehr gut Gering Optimal
Marmor 3-4 Empfindlich Hoch Bedingt
Quarzit 7 Exzellent Minimal Sehr gut
Schiefer 3-4 Mittel Mittel Gut

Parkett oder Vinyl: Welcher Bodenbelag übersteht Haustiere und Kinder besser?

Die Wahl des Bodenbelags ist eine der grundlegendsten Entscheidungen bei der Einrichtung, besonders für Familien mit Kindern oder Haustieren. Hier prallen zwei Philosophien aufeinander: die pragmatische Robustheit von Vinyl und die natürliche Wärme von Echtholzparkett. Vinylböden locken mit ihrer Wasserfestigkeit und dem Versprechen, kratzfest und pflegeleicht zu sein. Doch diese Widerstandsfähigkeit hat eine entscheidende Schwachstelle: Sie ist nur oberflächlich. Ein tiefer Kratzer durch einen verrückten Stuhl oder eine scharfe Hundekralle ist endgültig. Er durchdringt die dünne Dekorschicht und legt das Trägermaterial frei – eine irreparable Wunde im ansonsten makellosen Boden.

Makroaufnahme zeigt Unterschied zwischen repariertem Parkett und beschädigtem Vinyl

Genau hier zeigt sich die überlegene Resilienz von Massivholz. Ein Kratzer im Eichenparkett ist kein Todesurteil, sondern eine Lebensspur. Anders als bei Vinyl ist das Material durch und durch echt. Oberflächliche Kratzer können oft mit etwas Öl und einem Tuch lokal ausgebessert werden. Alle paar Jahre oder bei stärkerer Abnutzung kann der gesamte Boden abgeschliffen werden, wodurch eine komplett neue, makellose Oberfläche entsteht. Laut Erfahrungswerten von Holzboden-Experten kann geöltes Parkett bis zu 5-mal abgeschliffen und so über Generationen erneuert werden. Diese Fähigkeit zur Regeneration verkörpert eine echte Reparaturkultur, im Gegensatz zur Wegwerflogik von Kunststoffbelägen.

Die Langlebigkeit von Eichenholz ist historisch belegt. Viele Fachwerkhäuser, die vor Hunderten von Jahren errichtet wurden, zeugen von der Widerstandsfähigkeit dieses Materials. Ein Massivholzboden ist also keine kurzfristige Lösung, sondern ein Fundament für das Familienleben, das mitwächst, altert und sich erneuern lässt. Er verzeiht die Spuren des Lebens nicht nur, er nimmt sie auf und lässt sich immer wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Das macht ihn auf lange Sicht zur robusteren und nachhaltigeren Wahl für ein lebendiges Zuhause.

Der Irrglaube, dass „schwer“ immer „Qualität“ bedeutet (und worauf Sie wirklich achten müssen)

Im Möbelkauf hat sich ein hartnäckiger Mythos festgesetzt: Schwer gleichbedeutend mit stabil und hochwertig. Dieses Denken stammt aus einer Zeit, in der massive, schwere Materialien die einzige Garantie für Langlebigkeit waren. Heute ist diese Annahme jedoch irreführend. Oft wird hohes Gewicht künstlich erzeugt, indem dicke Spanplatten verwendet werden, deren Dichte und Gewicht nichts über ihre strukturelle Integrität aussagen. Eine schwere Kommode kann an den Verbindungen schwach sein und unter Last nachgeben, während ein leichter Stuhl aus intelligent geformtem Holz oder Metall Jahrzehnte überdauern kann.

Gutes Design und echte Handwerkskunst zeichnen sich nicht durch pure Masse aus, sondern durch Materialeffizienz und intelligente Konstruktion. Es geht darum, mit so wenig Material wie nötig die maximale Stabilität zu erreichen. Ein perfektes Beispiel hierfür sind Designklassiker, die oft überraschend leicht sind. Wie die Design Museum Foundation treffend bemerkt:

Die ‚leichte Qualität‘ des Designs zeigt sich bei Klassikern wie dem Eames Plastic Chair oder Thonet-Stühlen, bei denen Materialinnovation und Formgebung das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Stabilität erhöhen.

– Design Museum Foundation, A History of Modern Furniture Design

Worauf sollten Sie also wirklich achten, wenn nicht auf das Gewicht? Die wahre Qualität steckt im Detail. Es sind die unsichtbaren Elemente, die über die Langlebigkeit eines Möbelstücks entscheiden. Statt ein Möbelstück anzuheben, sollten Sie es genau untersuchen. Wie sind die Teile verbunden? Eine klassische Schwalbenschwanzzinkung an einer Schublade ist ein klares Qualitätsmerkmal, während sichtbare Schrauben in einer Pressspanplatte auf eine kurzlebige Konstruktion hindeuten. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, echte Qualität zu erkennen.

Checkliste: Echte Möbelqualität erkennen

  1. Verbindungstechnik prüfen: Suchen Sie nach traditionellen Holzverbindungen wie Zinken, Zapfen oder Dübeln. Eine massive Schwalbenschwanzzinkung ist immer ein Zeichen für hohe Handwerkskunst im Gegensatz zu verschraubten Pressspanplatten.
  2. Faserverlauf beachten: Bei echtem Massivholz sollte die Maserung an den Kanten und Ecken logisch weiterlaufen. Eine unterbrochene oder sich wiederholende Maserung entlarvt Furnier oder Folie.
  3. Oberflächenbehandlung testen: Fahren Sie mit der Hand über die Oberfläche. Eine geölte oder gewachste Oberfläche fühlt sich warm und natürlich an und lässt das Holz atmen. Eine Lackschicht versiegelt das Holz komplett und fühlt sich oft kühler, fast wie Kunststoff an.
  4. Herkunft nachvollziehen: Fragen Sie nach der Herkunft des Holzes. Verantwortungsvoll bewirtschaftete Wälder sind ein zentrales Kriterium für Nachhaltigkeit. Die Eiche ist ein populäres Holz, das auf der gesamten Nordhalbkugel weit verbreitet ist.
  5. Auf Details achten: Überprüfen Sie die Qualität der Beschläge. Leichtgängige Schubladenführungen, stabile Scharniere und solide Griffe sind oft ein Indikator für die Gesamtqualität des Möbelstücks.

Wie Sie alte Qualitätsmöbel modernisieren, statt sie wegzuwerfen?

In vielen Kellern und auf Dachböden schlummern sie: die Erbstücke der Grosseltern. Eine schwere Eichenkommode, ein Sideboard aus den 60er-Jahren oder ein alter Esstisch. Oft passen sie stilistisch nicht mehr in die moderne Wohnung und werden als altmodisch abgetan. Der erste Impuls ist häufig, sie durch etwas Neues, Trendiges zu ersetzen. Doch gerade in diesen alten Möbeln steckt ein enormes Potenzial – nicht nur ein emotionales, sondern auch ein qualitatives. Sie wurden in einer Zeit gebaut, in der Massivholz und solide Handwerkskunst der Standard waren. Sie wegzuwerfen, bedeutet, wertvolle Ressourcen und Geschichte zu entsorgen.

Handwerker restauriert antiken Eichenschrank mit modernen Soft-Close-Scharnieren

Die Modernisierung solcher Stücke ist eine Hommage an die Nachhaltigkeit und ein Ausdruck von Individualität. Anstatt sie im Shabby-Chic-Stil zu übermalen und ihre Herkunft zu verstecken, geht es um ein gezieltes, hochwertiges Upgrade. Der Schlüssel liegt oft in der Kombination von Alt und Neu. Durch das Abschleifen und Neu-Ölen der Holzoberfläche kommt die ursprüngliche Maserung wieder zum Vorschein und das Holz kann wieder atmen. Dieser Schritt allein kann ein Möbelstück bereits transformieren und ihm seine ursprüngliche Wärme zurückgeben.

Der eigentliche Clou der Modernisierung liegt jedoch oft im Austausch der Details. Veraltete, verschnörkelte Griffe können durch schlichte, moderne Pendants aus Messing oder schwarzem Stahl ersetzt werden. Knallende Türen und klemmende Schubladen lassen sich mit modernen Soft-Close-Scharnieren und hochwertigen Auszügen nachrüsten. Plötzlich schliesst die 80 Jahre alte Kommode so sanft und leise wie ein neues Designermöbel. Durch solche gezielten Eingriffe wird das alte Möbelstück nicht nur optisch aktualisiert, sondern auch funktional auf den neuesten Stand gebracht. So entsteht ein einzigartiges Unikat, das die Qualität der Vergangenheit mit dem Komfort der Gegenwart verbindet – ein Paradebeispiel für gelebte Reparaturkultur.

Wie Formaldehyd aus Möbeln Ihre Konzentration im Home-Office senkt?

Seitdem das Home-Office für viele zum Alltag geworden ist, verbringen wir mehr Zeit als je zuvor in unseren eigenen vier Wänden. Das Büro ist nun das Wohnzimmer oder ein eigens eingerichteter Raum. Doch während wir in ergonomische Stühle und grosse Bildschirme investieren, übersehen wir oft einen unsichtbaren Feind unserer Produktivität: die Raumluft. Billige Möbel, insbesondere solche aus Span- oder MDF-Platten, sind eine Hauptquelle für flüchtige organische Verbindungen (VOCs), allen voran Formaldehyd. Dieser Stoff wird in den Leimen und Harzen verwendet, die die Holzspäne zusammenhalten, und gast über Jahre hinweg langsam aus.

Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind schleichend, aber signifikant. Wie Studien zur Raumluftqualität zeigen, können Möbel Schadstoffe enthalten, die die Raumluft über längere Zeit belasten und Beschwerden wie gereizte Atemwege, Kopfschmerzen oder Müdigkeit begünstigen können. Gerade im Home-Office, wo wir über Stunden konzentriert arbeiten müssen, können diese Symptome die kognitive Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Die ständige Belastung des Körpers durch diese Chemikalien raubt Energie und macht es schwerer, sich zu fokussieren. Die vermeintliche Ersparnis beim Möbelkauf wird so mit einem täglichen Verlust an Produktivität und Wohlbefinden bezahlt.

Die Lösung liegt in der bewussten Materialwahl. Massivholzmöbel benötigen keine formaldehydhaltigen Leime in diesem Ausmass. Hersteller nachhaltiger Möbel setzen fast ausschliesslich auf Massivholz und verzichten weitgehend auf giftige Lacke. Eine geölte Eichenholzplatte ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch inert – sie gibt keine schädlichen Stoffe an die Umgebung ab. Zusätzlich zur Wahl der richtigen Möbel helfen einfache Massnahmen wie regelmässiges Stosslüften und die Integration von luftreinigenden Pflanzen wie Grünlilie oder Bogenhanf, die VOC-Belastung im Raum zu senken. Ein gesundes Arbeitsumfeld ist die Grundlage für gute Arbeit – und das beginnt bei den Möbeln, die uns umgeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lebenszykluskosten: Echte Qualitätsmöbel sind über ihre gesamte Lebensdauer (inkl. Reparatur und Wiederverkauf) finanziell günstiger als mehrfach gekaufte Billigmöbel.
  • Gesundheitliche Vorteile: Naturmaterialien wie Massivholz, Wolle und Leinen verbessern das Raumklima und emittieren keine Schadstoffe, was Wohlbefinden und Konzentration steigert.
  • Wertstabilität als Anlage: Designklassiker und hochwertige Massivholzmöbel verlieren kaum an Wert und können als finanzielle Anlage betrachtet werden, im Gegensatz zu Wegwerfartikeln.

USM Haller oder Vitra: Welche Möbelmarken verlieren kaum an Wert?

Der Kauf eines Möbelstücks wird selten als finanzielle Investition betrachtet. Meistens ist es ein reiner Konsumartikel, der mit dem Tag des Kaufs an Wert verliert. Bei bestimmten Marken und Designklassikern verhält es sich jedoch anders. Sie verhalten sich eher wie eine gute Uhr oder ein Kunstwerk: Ihr Wert bleibt über Jahrzehnte stabil oder steigt sogar. Dieses Phänomen wird als Wertstabilität bezeichnet und ist ein entscheidender Faktor in der langfristigen Kostenrechnung. Marken wie USM Haller, Vitra oder Thonet haben sich einen Ruf für zeitloses Design, höchste Materialqualität und Langlebigkeit erarbeitet.

Das Geheimnis ihrer Wertstabilität liegt in mehreren Faktoren. Erstens ist das Design ikonisch und überdauert kurzlebige Trends. Ein Eames Lounge Chair von Vitra oder ein USM Haller Regal sind heute genauso relevant wie vor 50 Jahren. Zweitens ist die Qualität so hoch, dass die Möbelstücke bei normaler Nutzung praktisch unzerstörbar sind. Drittens garantieren diese Hersteller eine langfristige Ersatzteilverfügbarkeit. Ein zerkratztes Tablar bei einem USM Regal kann auch nach 30 Jahren noch problemlos ersetzt werden. Diese Modularität und Reparierbarkeit machen die Systeme unsterblich.

Eine Langzeitstudie zur „Total Cost of Ownership“ zeigt eindrucksvoll, dass ein USM-Regal nach 10 Jahren noch 80% seines Neupreises auf dem Gebrauchtmarkt erzielen kann. Im Gegensatz dazu sind vergleichbare Billigmöbel oft schon nach fünf Jahren reif für den Sperrmüll und besitzen keinen Wiederverkaufswert. Der hohe Anschaffungspreis eines Designklassikers ist also weniger ein Kaufpreis als vielmehr eine Kapitalanlage, die man über Jahre „abwohnt“ und am Ende zu einem guten Preis wieder veräussern kann. Dies relativiert die anfänglichen Kosten dramatisch.

Die folgende Tabelle, basierend auf Marktdaten und Analysen wie denen von Connox im Bereich Ecodesign, verdeutlicht den Unterschied in der Wertstabilität.

Wertstabilität von Designmöbel-Marken im Vergleich
Marke Wertverlust nach 10 Jahren Modularität Ersatzteilverfügbarkeit Wiederverkaufswert
USM Haller 10-20% Vollmodular Unbegrenzt Sehr hoch
Vitra 15-25% Modellabhängig 20+ Jahre Hoch
Thonet 20-30% Klassisch Langfristig Mittel-hoch
No-Name 70-90% Keine Begrenzt Niedrig

Warum sich der Kauf eines Designklassikers finanziell mehr lohnt als fünf IKEA-Sofas?

Wenn wir alle bisherigen Punkte zusammenführen – Langlebigkeit, Reparierbarkeit, gesundheitliche Aspekte und Wertstabilität –, wird die Antwort auf die Ausgangsfrage offensichtlich. Die Berechnung, ob ein Massivholztisch teurer ist als drei Furniermöbel, muss über den reinen Kaufpreis hinausgehen. Sie muss die gesamten Lebenszykluskosten berücksichtigen. Ein günstiges Sofa für 400 Euro, das alle vier Jahre ersetzt werden muss, kostet über einen Zeitraum von 20 Jahren 2.000 Euro. Hinzu kommen der Zeitaufwand für Kauf und Entsorgung sowie die Frustration über nachlassende Qualität.

Ein hochwertiges Sofa eines Designherstellers für 2.500 Euro hingegen überdauert diese 20 Jahre mühelos. Eichenmöbel sind dafür bekannt, Generationen zu überdauern. Sollte der Bezug verschlissen sein, kann er neu bezogen werden. Nach 20 Jahren besitzt es immer noch einen signifikanten Wiederverkaufswert, der einen Teil der anfänglichen Investition zurückbringt. Rechnet man diese Faktoren zusammen, war das „teure“ Sofa am Ende die deutlich günstigere Option. Die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit von Materialien wie Eiche gleichen den höheren Preis nach einiger Zeit wieder aus.

Doch die Rechnung ist noch nicht vollständig. Wir haben noch nicht die „Wohlfühl-Dividende“ eingepreist: die tägliche Freude an einem schönen, gut gestalteten Objekt, das angenehme Gefühl von echtem Holz, die Gewissheit, in einer gesunden Umgebung ohne Schadstoffausdünstungen zu leben, und das gute Gefühl, nachhaltig gehandelt zu haben. Diese immateriellen Werte sind schwer in Euro zu beziffern, aber sie tragen massgeblich zur Lebensqualität bei. Der Kauf eines Designklassikers oder eines hochwertigen Massivholzmöbels ist somit keine reine Ausgabe, sondern eine Investition mit doppelter Rendite: eine finanzielle und eine emotionale.

Bewerten Sie Ihr nächstes Möbelstück also nicht nur nach dem Preisschild, sondern nach seinem Potenzial, Ihr Leben über Jahrzehnte zu bereichern. Treffen Sie eine bewusste Entscheidung für Qualität, Langlebigkeit und Wohlbefinden.

Geschrieben von Anja Leutenegger, Innenarchitektin und Materialforscherin für nachhaltiges Design. Expertin für Raumpsychologie, Schweizer Möbelklassiker und die Sanierung historischer Bausubstanz.